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Stiftung Warentest: test SPEZIAL Sprachen lernen

Stiftung Warentest: test SPEZIAL Sprachen lernen

Am Vormittag Vokabeln und Grammatik pauken, am Nachmittag Land und Leute kennenlernen: Sprachreisen bieten mit ihrer Kombination von Bildung und Erholung eine verlockende Möglichkeit, eine Sprache im Ausland zu erlernen.

Stiftung Warentest hat in ihrem Heft test SpezialSprachen lernen“ Sprachreisen für Englisch und Spanisch untersucht. Dabei entpuppte sich die Unterbringung in Privatunterkünften allzu oft als der kritische Punkt einer Sprachreise.


Englisch- und Spanisch-Sprachreisen

Insgesamt nahm die Stiftung Warentest Angebote von jeweils neun Veranstaltern für Sprachreisen nach England und MALTA sowie nach Spanien unter die Lupe. Das Leistungspaket umfasste dabei mindestens den Sprachkurs in einer Sprachschule, Betreuung vor Ort und die Unterbringung in einer Privatunterkunft beziehungsweise Gastfamilie.

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass die Veranstalter ihre Angebote durchaus noch verbessern könnten: Über die Note „befriedigend“ kam keine Offerte hinaus. Gerade die Unterbringung in Privatunterkünften oder Gastfamilien – eigentlich die ideale Möglichkeit, Land und Leute auf authentische Weise zu erleben – drückte den Notendurchschnitt nach unten. Ob maulfaule Gastgeber, dunkle Zimmer oder schwer genießbares Essen: In einigen Fällen waren die Grenzen des Zumutbaren überschritten. Sowohl bei den Englisch- als auch den Spanisch-Sprachreisen gab es in puncto Unterbringung immer wieder Schwierigkeiten.

Dennoch werteten die Tester die Sprachreisen als eine gute Möglichkeit, in kurzer Zeit viel zu lernen und tief in die andere Kultur einzutauchen. Bei den Sprachreisen nach England und MALTA zeigten sich in einem anderen Punkt Qualitätsunterschiede. Englisch lernt sich im Mutterland besser als auf MALTA. Grund: Englisch ist auf Malta Amtssprache, nicht Muttersprache.

© Stiftung Warentest

Das 96-seitige test Spezial ist ab Samstag, den 17. November 2007 für 7,50 Euro im Zeitschriftenhandel erhältlich.


Kommentare

Kommentar from A. Beitat, Malta-Online.de
Zeit: 16. Nov. 2007, 14:16

Man achte auf die beiden letzten Sätze:

[Zitat:] “Englisch lernt sich im Mutterland besser als auf MALTA. Grund: Englisch ist auf Malta Amtssprache, nicht Muttersprache.”

Ah so, ja. Ich liebe derartige undifferenzierte und in dieser Pauschalität recht sinnfreie Aussagen :-)

Praktisch _alle_ Lehrer und Betreuer der ´besseren´ (=zertifizierten Sprachschulen) sprechen Englisch als Muttersprache (Erstsprache); viele Kräfte haben eine akademische linguistische Ausbildung.

Abgesehen von der zugegebenermaßen oft etwas eigenwilligen Aussprache des ´th´ bei den Maltesern (nicht den Lehrern), hört man außerhalb des Unterrichts in sehr vielen Regionen des Mutterlandes aller englischen Englisch-Sprecher jedenfalls grauenhafte Dialekte oder Slangs, bei denen sich einem die Fußnägel hochrollen. Derartiges ist mir in all den Jahren bei keinem meiner vielen Malta-Aufenthalte in dieser Form aufgefallen.

Anyway - ich möchte den (englischen, französischen, japanischen, …) Sprachschüler sehen, der in Deutschland die Deutsche Sprache erlernt und dies in der Praxis im tiefsten Bayern, in BaWü oder sonstwo außerhalb von Hannover anwenden möchte. Die jeweiligen Ureinwohner dort sind ebenfalls Muttersprachler…

Kommentar from A. Beitat, Malta-Online.de
Zeit: 6. Dez. 2007, 17:41

Eine sehr sehr gute Bekannte aus Gozo machte mich auf den Artikel von David Lindsay im Malta Independent aufmerksam, in dem die nackte Angst vor den Auswirkungen dieses Heftes auf den Sprachreisen-Markt in Malta recht deutlich wird:
=> http://www.independent.com.mt/news.asp?newsitemid=61419

Zitat: “The overall conclusion, which will undoubtedly be read by thousands of Germans considering language courses in Malta next summer, was that when it came to learning English, England was a far better destination than Malta since English in Malta is “only an official language and not the mother tongue”.”

Oder:

“One such article [gemeint ist ein Bericht in der schwedischen Presse (unabhängig von Stiftung Warentest) ] reported that undercover journalists, posing as students, found language students in Malta having sex on the beach and enjoying unlimited access to alcohol and drugs. The cocktail of alcohol and nightlife, it was reported, also meant that female students as young as 14 were allowed into clubs and were prone to being sexually harassed, at times by group leaders.”

Nun - You get what you pay for. Sich VORHER zu informieren, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Eigentlich.

Es gibt z.B. eine international anerkannte Sprachschule, die offiziell von der Universität Malta akkreditiert ist. Viele andere Schulen / Veranstalter sind Mitglied bei FDSV/FELTOM o.ä. und unterziehen sich regelmäßig Qualitätskontrollen und sind sogar DIN-zertifiziert. Etliche Schulen werden sogar von der EU gefördert, um die bereits hohen Qualitätsstandards weiter zu verbessern.

Aber diese Differenzierung ist für die Inhalte eines Test-Hefts wohl etwas zu viel verlangt. Schade.

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