Simshar. Der Film.

Am frühen Morgen des 11. Juli 2008 war vor der Küste Maltas ein Fischerboot mit fünf Personen an Bord unterwegs, als eine Explosion das Boot erschütterte. Es fing Feuer. Und ging einige Zeit später in den Wellen unter. Nach mehr als sieben endlosen Tagen konnte einzig der Kapitän, Simon Bugeja, gerettet werden. Seine Begleiter Abdulrahman Abdala GediNoel Carabott und zwei seiner Familienangehörigen kamen dabei jedoch um’s Leben – darunter auch sein 11-jähriger Sohn Theo.

So weit, so schlimm. Das wirklich Erschreckende kommt aber noch: Obwohl alle Passagiere an Bord die Explosion überlebt hatten, wurden die hilflos im Wasser Treibenden rund eine Woche lang nicht beachtet. Man hatte sie zwar gesehen, aber einfach ignoriert. “Retten? Warum? – Das sind doch eh’ nur wieder so Flüchtlinge aus Afrika – sollen die doch sehen, wie sie klarkommen!” – Weil DAS passiert ist, gibt es jetzt einen beeindruckenden Film aus Malta.* 

Rückblick

Malta ist seit Jahrtausenden Spielball fremder Mächte. Nicht nur Briten, sondern auch Franzosen, Orensritter, Araber, Römer, Punier und viele andere haben auf den Inseln ihre Spuren als Besatzer hinterlassen. Das hat sich bis heute kaum geändert.

Aktuell sieht sich das Land durch eine Welle von Immigranten in seiner Stabiliät bedroht. Obwohl seit 2004 Teil der Europäischen Union, wird Malta von den übrigen 27 Mitgliedsstaaten weitestgehend im Stich gelassen. Es sind die vielen Betroffenheit heuchelnden Sonntagsreden seitens der Politik und unreflektierte Vorwürfe mancher Organisationen bis hin zur UNO-Flüchtlingshilfe, die vor Ort auf Unverständnis stoßen.

Dass eines der weltweit am dichtesten besiedelten Länder nicht Bürgerkriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge in unbegrenzter Zahl aufnehmen und “integrieren” kann, bleibt bis auf Weiteres ein ungelöstes Problem. Wenn gutmeinende Aktivisten der Regierung jedoch pauschal vorwerfen, ungerührt eine menschenverachtende Flüchtlingspolitik zu betreiben, die ganz gezielt den Tod Tausender Bootsflüchtlinge provoziere und die wenigen Überleben “systematisch verelenden” lasse, ist das eine bewusst tendenziöse Aussage, die wenig mit der Realität zu tun hat. [Anmerkung: Malta muss vom Grundsatz her alle Ankömmlinge aufnehmen und versorgen. EU-Richtlinin verbieten, diese in andere EU-Länder (z. B. nach Italien) weiterreisen lassen.]

Simshar. Der Film.

In diesem Umfeld entstand nun der maltesische Film Simshar. Der einzige Überlebende einer Schiffstragödie, die sich 2008 vor der Küste Maltas abspielte, brachte den Stein in’s Rollen. Rebecca Cremona schrieb den Plot nach vielen Gesprächen und Interviews mit dem Geretteten. Unterstützt wurde sie bei der Entwicklung des Drehbuchs von David Grech. Produziert wurde der Film schließlich von Kukumajsa Productions.

Man can go 40 days without food, 
3 days without water, 
8 minutes without air, 
but only 1 second without hope.

“Simshar” wurde komplett in Malta gedreht. Das Team brauchte für alle Szenen an 21 verschiedenen Locations (sowie in den Wassertanks der Mediterranean Film Studios und auf dem offenen Meer) insgesamt 29 Drehtage im Zeitraum von November 2012 bis April 2013.

Die Finanzierung des Projekts verlief in mehreren Schritten, Versuchen und Ansätzen. Nach der Anschubfinanzierung mit Hilfe des Malta Film Funds und der Malta Film Commission folgten diverse Finanzierungsrunden, auch über Crowdfunding, die jedoch nicht alle erfolgreich verliefen (indiegogo). Gemeinsames Engagement aller Beteiligten und die Unterstützung durch treue Sponsoren machten das Projekt möglich. Genannt seien in diesem Zusammenhang Movie People und Godwin’s Garage, aber auch Azzopardi FisheriesFarsonsGormina und Neriku.

Premiere (in Malta): Do., 27. April 2014, Empire Cinemas (Buġibba)

Offizieller Kinostart (in Malta): So., 30. April, 2014, Embassy Cinemas (Valletta) und Empire Cinemas (Buġibba)

Weitere Infos:

// Produktion: Kukumajsa Productions Ltd. 
// Ton: Aleksandar Bundalo
// Der Film wendet sich an ein internationales Publikum und soll weltweit gezeigt werden

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(*) Anmerkung: Wie immer – ganz so einfach ist das mit der “Wahrheit” nicht. Natürlich nicht. Dem Zeitgeist entsprechend lassen sich alles Ereignisse wunderbar vereinfachen, auf gut und/oder böse reduzieren. Oder je nach persönlichem Weltbild auch manipulativ ausnutzen. Zum Beispiel zum Politik(er)- oder Flüchtlings-Bashing. – Jedenfalls: Wie diverse Gerichtsverhandlungen in Malta schon vor Jahren zeigten, dürfte dem Kapitän eine gewaltige Portion Mitschuld am Unglück anzulasten sein. Er hatte wohl die wichtigsten Sicherheitsbestimmungen ignoriert und einem Gutachten zufolge wusste er nicht einmal mit Rettungs- und Notruf-Ausüstung umzugehen. Auf der anderen Seite hatten die lokalen Behörden es wohl über Jahre hinweg versäumt, die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften für Erwerbstätige in der Fischerei zu überprüfen. Nur mal so…

-ab

Malta ist toll. Echt jetzt.

MALTA ist eine der faszinierendsten Ecken auf dieser unserer Erdkugel. Und liegt, wie jedermann weiß, so ziemlich am südlichsten Zipfel von Europa. Also praktisch direkt dran an Afrika, von wo aus – wie böse Zungen behaupten – uns diese ganzen illegalen Armutsflüchtlinge heimsuchen.

Malta ist ein schönes Land. Ein widersprüchliches Land. Ein faszinierendes Land. Und überhaupt. Es gibt Myriaden Artikel, Bücher, Dokus, Kinofilme und was auch immer über diese Inseln. 

++ Mehr erleben! ++ Mehr Urlaub. ++ Malta ist mehr. ++

Da dachte sich das Ministerium zur Förderung der Reiselust: Hey, jetzt lassen wir so ein richtig geiles Werbekracher-Video machen, dass sich in Windeseile viral verbreitet. Einfach mal einen richtigen Knaller, der nur so vor Lebensfreude sprüht. Und dazu führt, dass jeder sofort in’s Reisebüro rennt, um schleunigst (wieder mal) auf den Felsen zu fliegen.

Hier das Ergebnis: 

++ Mehr erleben! ++ Mehr Urlaub. ++ Malta ist wirklich mehr. ++

Überfordert keinen und ist somit absolut zielgruppengerecht.

Hätte für meinen Geschmack aber durchaus noch etwas kürzer sein können.

++ Mehr erleben! ++ Mehr Urlaub. ++ Malta ist mehr. Echt jetzt! ++

Awaken the spirit of travel

Air Malta macht Stimmung in der Ġnejna Bay: Strand. Meeresrauschen. Sonnenuntergang. Kerzen. Licht. Stimmung. Musik. 

Ein Team von dreißig Leuten hat sie aufgestellt: Ungefähr vierhundertvierunddreißig rote Kerzen. In exakt vierhundertvierunddreißig weißen Tüten. Drapiert auf goldbraunem Sand an menschenleerem Strand. Bei untergehender Abendsonne vor orangefarbenem Himmel. Und dann alle an- und wieder ausgezündet. Mehrmals. Nicht zufällig, sondern in Form einer Geschichte. Ergreifend.

So macht Sehnsucht richtig Spaß.

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Konzept & Umsetzung
: BRND WGN
Dreharbeiten: Kurt Arrigo
KamerateamMovie People Malta
Musik: Stalko (Titel: Il-Mara ta’ Fuq il-Bejt)

Infos zum “Making of” findest Du z. B. auf Beonyce

Forum. Und so.

Malta-Forum.euSo, das mit meinem Malta-Forum hat sich nun erledigt. Nach satt mehr als 10 Jahren und insgesamt einigen zehntausend Beiträgen habe ich’s jetzt komplett eingestampft. Ein Archiv dazu gibt es nicht

Ich bedanke mich hiermit ganz herzlich bei Euch für die rege Beteiligung im Forum. Für die vielen Fragen, Tipps & Hinweise sowie für unzählige Beiträge, wertvolle Hintergrundinfos und tolle Fotos über all’ die Jahre hinweg. Der Gedankenaustausch mit Euch war praktisch immer abwechslungsreich und interessant. Danke auch für die vielen Impulse – ich habe so manches dabei gelernt.

Nun, die Zeiten ändern sich. Permanent. Und damit der Umgang von Menschen untereinander. Ebenso die Art und Weise der Nutzung von Online-Medien. Auch driften Anspruchsdenken einerseits und geistige Verflachung andererseits immer weiter auseinander. Die Praxis hat mir gezeigt, dass es zunehmend sinnloser wird, weiterhin zu versuchen, diese gegenläufigen Tendenzen im Rahmen einer “Community” auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.  Das ist schade, aber wohl kaum zu ändern.

Ein weiterer Aspekt hat bei meiner Entscheidung eine Rolle gespielt: Glasklare Positionierungen zu konkreten Sachfragen, Äußerungen abseits des Mainstreams, ja selbst einfache ironische Bemerkungen führen tendenziell immer häufiger zu solcherart agressiven – oder aber kindischen – Reaktionen (Einzelner), dass ich so manches Mal versucht war, herzhaft in meine Schreibtischkante zu beißen.

Auf Deutsch: In einem (unmoderierten) öffentlich zugänglichen Forum ist mittlerweile differenzierter Meinungs- und Gedankenaustausch jenseits von Dummschwatz, Schaumschlägerei und Schleichwerbung kaum mehr möglich. Jedenfalls nicht zu einem begrenzten Special-Interest-Thema wie “Malta”.

Anyway – über dieses mein immer wieder kontrovers diskutierte Forum wurden auch Kontakte und Freundschaften (und mehr…) sowie Geschäftsbeziehungen geschlossen. Auch ich stehe mit etlichen von Euch – teils seit vielen Jahren – persönlich in Kontakt. Zum Teil treffen wir uns ja auch. Im wirklichen Leben. Zum Beispiel zu einem guten Glas Wein. Oder zwei. Und das wird auch so bleiben. Alleine dafür haben sich Aufbau und Pflege des Forums gelohnt :-)

Für die nächsten Jahre habe ich mir – in Bezug auf Malta – neue Ziele gesetzt.

Stay tuned!

Gruß aus Mainz,

-=( arndt )=-

“Malta, Gozo, Comino” – Reiseführer jetzt in der 6. Auflage

Schon seit Jahren ganz weit oben in den Verkaufslisten der Malta-Reiseführer: “Malta, Gozo, Comino” von Michael Bussmann. Der Titel aus dem Michael-Müller-Verlag ist am 2. Mai 2013 in der nunmehr sechsten Auflage  erschienen.

Das schreibt der Verlag:

Michael Bussmann: Malta, Gozo, Comino (Reiseführer 2013)“Egal ob Bei­rut, Zy­pern oder Rom – als Film­ku­lis­se war Malta schon alles. Die mal­te­si­schen In­seln bie­ten Viel­falt auf engem Raum, nicht zu­letzt wegen ihrer 6000-jäh­ri­gen Ge­schich­te. Zu den High­lights ge­hö­ren stein­zeit­li­che Kult­bazten, die die UNESCO zum Wel­ter­be erhob, und Val­let­ta, eine Fe­stungs­stadt der Re­nais­sance, die 2018 eu­ro­päi­sche Kul­tur­haupt­stadt wird.

Die Ei­lan­de sind eine Welt für sich, ein klei­ner, ei­ge­ner Kos­mos zwi­schen Afri­ka und Eu­ro­pa. Die kur­zen Ent­fer­nun­gen bie­ten stete Ab­wechs­lung: Sie kön­nen mor­gens eine Wan­de­rung un­ter­neh­men – zwölf Tou­ren sind im Buch be­schrieben -, am Nach­mit­tag span­nen­de Mu­se­en be­sich­ti­gen und sich zu spä­ter St­un­de ins Nacht­le­ben stür­zen – alles nur ein paar Bus­hal­te­stel­len aus­ein­an­der. Sie kön­nen aber auch den gan­zen Tag am Strand ver­trö­deln, das tür­kis­blaue Meer rund um die In­seln ist zu­gleich ein Do­ra­do für Tau­cher.

Was es wo auf Malta, Gozo oder Co­mi­no gibt – egal ob fei­nes Re­stau­rant, ein­fa­che Pinte, Apart­ment mit Pool oder Sprach­schu­le mit Fa­mi­li­en­an­schluss: Die­ser Füh­rer lässt keine Frage offen.”

Inhalt

Dieser Reiseführer für Individualreisende behandelt die vielfältige Geschichte der Inselgruppe, erläutert Hintergründe und gibt Tipps zu Anreise, Unterkunft, Essen & Trinken, zu Aktivitäten und vielem mehr.

Bussmann beschreibt detailliert die drei Hauptinseln sowie fast alle touristisch relevanten Orte und Regionen – jeweils ergänzt durch Adressen, Karten, Link-Tipps und weitere Hinweise.

Interessant für Aktivurlauber: Ein kleiner Wanderführer für Malta beschreibt zwölf Touren durch landschaftlich reizvolle Gebiete. So zum Beispiel die Route von Ħaġar Qim zu den Dingli Cliffs (Malta) oder von Xagħra über die Mistra Rocks nach Nadur (Gozo).

Leseproben

Für einen ersten Eindruck hier zwei Kapitel zum Download:

 

Bibliografische Angaben:

Titel: Malta, Gozo, Comino
288 Seiten, 6. Auflage 2013, farbig

Autor: Michael Bussmann
Verlag: Michael-Müller-Verlag

Preis: 16,90 EUR / 27,90 CHF
ISBN: 978-3-89953-797-0

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Sprachreisen nach Malta: Fetzige Gesichter gesucht!

Möchtest Du im Sommer einen unvergesslichen Malta-Urlaub erleben? Und gleichzeitig Deine Englisch-Kenntnisse verbessern? Kostenlos? – Dann zeig’, wie cool Du drauf bist und – schwupps – bist Du ein Star! 

Die Mittelmeerinsel Malta zählt – neben England – seit vielen Jahren zu den beliebtesten Zielen für Englisch-Sprachreisen innerhalb Europas. Und das soll so bleiben. Und vielleicht die beliebteste Destination überhaupt werden. Daher gibt’s ab 2014 eine entsprechende PR-Kampagne seitens der maltesischen Regierung.

Face For Malta

Die Tourismusbehörde von Malta sucht für eine internationale Werbekampagne zwanzig fetzige Gesichter. Zehn coole Jungs und zehn umwerfende Mädchen. Zwischen 18 und 28 Jahren.

Face For Malta

Aus der ganzen Welt. Naja, fast: Du musst schon aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, aus Italien, Frankreich, Polen, Russland, Spanien oder Schweden sein.

Jedenfalls geht’s schon im September 2013 ab nach Malta.

Was also tun?

Einfach ein rattenscharfes Foto hochladen. Und dann dafür sorgen, dass es möglichst viele Leute liken. Egal wie. Die Bilder mit den meisten Stimmen kommen in’s Finale – und eine hochkarätige Jury votet und selectet dann daraus die glücklichen Gewinner.

Im September geht’s dann ab nach Malta. Zum professionellen Fotoshooting für eine PR-Kampagne für Sprachreisen nach Malta. Mit vieeeel Spaß drumherum.

Also, nix wie los! Foto hochladen!

Wer weiß, vielleicht ist das der Beginn einer großen Model-Karriere? Oder so.

Links

… und die Apps dazu:

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Edit/Nachtrag (1): Wenige Tage nach dem Start der Promotion für die Promotion ist auf der Kampagnen-Website zu lesen: “Die Aktion wurde leider verschoben. Wir entschuldigen uns für alle Unannehmlichkeiten.”  [09.05.2013]

Edit/Nachtrag (2): Jetzt geht’s aber. Echt. [30.05.2013]

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